Laquinimod

Laquinimod ist eine Weiterentwicklung von Linomide, das wegen Herznebenwirkungen nicht weiter bei MS entwickelt wurde. Eine Phase-2 Studie[1] mit 0,1 oder 0,3 mg Tabletten zeigte bei 209 Patienten einen deutlichen Effekt der Therapie auf Kernspinmessgrößen nach 6 Monaten. Hier konnte kein Effekt auf die Anzahl von Schüben gezeigt werden. Eine zweite Phase-2 Studie mit den Dosierungen 0,3 und 0, 6 mg bei 309 Patienten zeigte nur unter 0,6 mg einen Effekt auf Kernspinparameter und eine statistisch nicht signifikante Reduktion der Schubrate. Eine Phase-3 Studie findet derzeit statt.

Toleranzinduktion

In der Vergangenheit erfolgten Untersuchungen mit der Gabe von Myelin (Glossar) als Kapsel. Dieser Verabreichungsart liegt die Vorstellung zugrunde, dass die Gabe einer Substanz über den Magen-Darm-Trakt eine Toleranz gegenüber dem Myelin, ähnlich der Hyposensibilisierung bei Allergien, hervorrufen kann. Der Wirkmechanismus ist dem des Copaxone® vergleichbar (Siehe Copaxone® bei schubförmiger MS).

Eine große Studie konnte keinen Effekt der Myelintherapie nachweisen. Sie wurde aber bislang nicht publiziert, da möglicherweise die Dosierung zu gering war. Eine aktuelle Zulassungsstudie bei SPMS untersucht den Nutzen eines bestimmten Ausschnitts aus dem Myelinmolekül bei 553 Patienten mit SPMS über 2 Jahre. Das Medikament wird alle 6 Monate als Spritze gegeben.

Einzelnachweise

  1. Polman C et al. Treatment with laquinimod reduces development of active MRI lesions in relapsing MS. Neurology 2005 64:987-91.